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τεχνη ist Arbeiten an der Schnittstelle von "Technik", "Textilie" und "Text". Diese Schnittstelle ist die gemeinsame etymologische Wurzel τεχνη ("techne", gr.). τεχνη bedeutet: Geschicklichkeit, Handwerk, Kunst und geistige Gewandtheit. Dem Begriff liegt eine Realitätsauffassung zugrunde, die in der Gegenwart strikt voneinander getrennter Fachbereiche kaum nachvollziehbar erscheint: Handwerk, Kunst und Philosophie sind nach dieser Auffassung miteinander identisch - als Ausdruck des Strebens nach Erkenntnis (gr. ἐπιστήμη  [episteme]). τεχνολογία ("technologia", gr.) ist das Wissen um diesen Sachverhalt. τεχνηgreift diesen Gedanken auf und entwickelt, bzw. spinnt ihn weiter:

Technik

Handwerksarbeit ist eine Form der Seinsbestimmung und Bildung - weit mehr als  Leseförderungsprogramme. Das so hervorgebrachte Ding ist mehr als bloß ein fertiger Gegenstand mit bestimmter Funktion und kann insofern als Dokument angesehen werden. Lesbar bleibt es allerdings nur, so lange auch das Wissen, das zu seiner Herstellung erforderlich ist, lebendig bleibt.

Textilie

Textilien sind Handwerk, Kunst und Philosophie. Als Bekleidung sind sie von elementarer Bedeutung für den Menschen. Die zu ihrer Herstellung erforderliche Fachkenntnis umfasst nahezu alle Bereiche des menschlichen Wissens. Und kaum ein anderer Bereich menschlichen Wirkens prägt und bezeugt Gesellschaften so grundlegend wie die Produktion der zu ihr gehörigen Textilien - vom Herstellungsprozess bis zum fertigen Ding.

Text

Texte funktionieren optisch, das ist ihre hauptsächliche Verbindung zum sinnlichen Erleben. Doch ihr Inhalt erschließt sich erst, indem man sie liest - eine Wirkform, deren Verwandtschaft mit Textilien und Technologien vergessen ist. Texte sind nicht mehr auf texne.de hinterlegt, sondern werden in "Der Karfiol | Zeitschrift für" veröffentlicht. Sie befassen sich mit Technologien, die Lesen scheinbar überflüssig machen, d.h.: digitaler Kultur und einer Kommunikationsform, die gern der Beliebigkeit und Dekoration zum Fraße vorgeworfen wird: Kunst.